Vorbereitende Schritte für die Referenzmaschinen

Referenzmaschinen dienen zum schnellen und einfachen Bereitstellen von neuen Rechnern im virtuellen Netzwerk. Da auch auf virtuellen Rechnern jedes Betriebssystem irgenwann einmal installiert werden muss, kann man sich zukünftige Installationen sparen und nur die Referenzmaschine kopieren & anpassen.

1. Server 2003 Referenzmaschine

Das Übungsnetz der Lernschmiede startet mit einem einzigen Windows Server 2003 Rechner. Das Nachstellen der Übungen wird entweder mittels virtuellen Maschinen oder auch mit physikalischen Rechnern realisiert. Ich verwende während der Screencasts VMWare Workstation 6.5 / Virtual Server 2005R2. Es kann selbstverständlich jeder andere Virtualisierer verwendet werden.

Im späteren Verlauf werden jedoch diverse Netzwerkdienste aufgesetzt, die unterschiedliche (virtuelle) Netzwerke voraussetzen. (z.B. für DHCP, Routing, LAN/WAN) Wenn ein Clusterdienst ansteht, werden SCSI-Komponenten für das “shared Medium” gebraucht. Beides wird z.B. von Virtual PC  nicht unterstützt.

 

1.1 Einstieg

Um im Verlauf der Trainings die Effizienz und Modularisierung zu gewährleisten, sind einige vorbereitende Schritte notwendig. Um schnell und einfach neue Maschinen zur Verfügung zu stellen, werden alle virtuellen Maschinen nur geklont/kopiert. Server 2003 und XP Maschinen werden mit NewSID abgeschlossen. Server 2008 und Vista Maschinen werden mit Sysprep vorbereitet, da NewSID hier leider nicht funktioniert. Dies ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit neue Systeme zur Verfügung zu stellen.

 

1.2 Die Server 2003 Referenzmaschine installieren & einrichten

Die erste Referenzmaschine im Lernschmiede-Netzwerk wird im Vorfeld wie folgt installiert:

  • Betriebssystem: Windows Server 2003 R2 Enterprise Edition
  • Via Windows Update voll durchgepatcht bis zum heutigen Stand
  • Computername: srv2003ref
  • Arbeitsgruppe: workgroup
  • Installierte Software (selbstverständlich NIE ohne Grund im Produktivnetz!) vorbereitungserver2003
  • Uhr in der Taskleiste ausgeblendet – es soll niemand bemerken dass ich permanent die Nacht zum Tag mache…
  • Netzwerksysmbole in der Taskleiste einblenden
  • Bildschirmschoner aus
  • Ordneroptionen anpassen:
    • Erweiterung bei bekannten Dateitypen ausblenden – Haken raus
    • geschützte Systemdateien ausblenden – Haken raus
    • Inhalte von Systemordnern anzeigen – Haken rein
    • Alle Dateien und Ordner anzeigen – auswählen
  • SystemsteuerungSoftwareWindowskomponenten – Verstärkte Sicherheitskonfiguration des Internet Explorers rausnehmen (NIE im Produktivnetz!)

1.3 Screencast: Überblick nach der Ersteinrichtung

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1.4 Kopieren und Vorbereiten der VM

Nachdem die Referenzmaschine installiert wurde, kann die Kopieraktion losgehen. Für das Clonen von VMs gibt es wiederum zig verschiedene Möglichkeiten, die den Rahmen des Artikels sprengen. Eine davon ist es, die virtuelle Festplattendatei in ein anderes Verzeichnis zu kopieren. Danach wird eine neue Virtuelle Maschine erstellt und die kopierte HDD-Datei eingebunden. Vielleicht schreibe ich nochmal einen erläuternden Artikel hierüber. (Für Virtual Server 2005 mittlerweile hier online)

Das war’s auch schon! Fast. Innerhalb von Windows gibt es viele Bezeichner, also Nummern oder Werte, die es nur einmal im Netzwerk geben sollte. Zum Beispiel der Computername, die IP-Adresse und die sogenannten SIDs. (Security Identifier) Da wir die virtuellen Rechner nur kopieren, müssen diese Rechner also manipuliert werden um den oben formulierten Anforderungen zu genügen. Zwei Ansätze:

NewSID

Ein kostenfreies Tool von Mark Russinovich – mittlerweile bei Microsoft beheimatet - aus der Sysinternals Suite. Hier werden nur die SIDs und der Computername geändert. Der Rest ist Handarbeit.

Sysprep

Systemvorbereitungsprogramm auf der Server CD. Hier wird nach dem Ausführen der “Systemvorbereitung” beim Neustart ein “Mini-Setup” ausgeführt, welches alle relevanten Daten nochmals abfragt. Die Installation kann mittels Antwortdatei automatisiert werden oder auch nicht. Neue SID Nummern werden selbstverständlich auch generiert. 

sysprepWas soll man also nehmen? Antwort: Geschmacksache. In Produktivumgebungen ist sicherlich die “saubere” Methode mit Sysprep angeraten. Andererseits hatte ich in Schulungsumgebungen noch keine verifizierbaren Probleme beim Einsatz von NewSID. Also gilt hier und nur hier: Bei Server 2003 und XP Maschinen “Quick & Dirty” mit NewSID. Server 2008 und Vista Maschinen werden mittels Sysprep vorbereitet.

Ich setze an dieser Stelle im Screencast zur Demonstration nur eine Testschüssel für Anschauungszwecke auf. NewSID muss aber nach jeder Kopier/Clonaktion der Server 2003 und XP Referenzkiste durchgeführt werden! Daher wird es im Zukunft nicht mehr erwähnt. Bitte auch die Passwörter und IP-Kofiguration nicht vergessen. Der Computername kann schon während der NewSid Aktion angegeben werden.

 

1.5 Screencast Vorbereitung einer Server 2003  VM mit NewSID

Nachdem das eingangs installierte Referenzsystem kopiert und als neue VM eingerichtet wurde, sind folgende Schritte notwendig. Nocheinmal: Dieser Schritt ist für jedes neue System im zukünftigen Lernschmiede Netzwerk notwendig!

 

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Diese Testmaschine kann im Anschluss gelöscht werden.

 

2.0 Vorbereitung XP Referenzmaschine

Die gute Nachricht zuerst: Der Ablauf ist der gleiche wie bei Server 2003. Nur das Betriebssystem und die Applikationen sind andere, nämlich:

  • Betriebssystem: Windows XP – SP3
  • Voll durchgepatcht bis zu heutigen Stand
  • Computername: xpref
  • Arbeitsgruppe: Workgroup
  • Installierte Software:

 

3.0 Vorbereitung Server 2008

Auch Server 2008 unterscheidet sich bei der Bereitstellung nicht grundsätzlich von Server 2003. Das System wird in der virtuellen Umgebung installiert und konfiguriert. Die installierten Applikationen sind die gleichen, wie auf Server 2003. Der SID-Änderungsprozess unterscheidet sich jedoch.

Das Utility New SID aus der Sysinternals Suite funktioniert bei Server 2008 und Vista Systemen nicht mehr. Daher muss auf Sysprep (System Preparation) zurückgegriffen werden. Sysprep ist ein systemeigenes Windowswerkzeug, mit Hilfe dessen sich die eindeutigen Bezeichner ändern lassen. Nachdem Sysprep durchgeführt wurde, wird das System herutergefahren oder neu gestartet. Während des Neustarts wird ein Mini-Setup durchgeführt. (Seit neuestem “Out of Box Experience”) Während des Mini-Setups werden die SIDs neu generiert, der Computername geändert und der Produktschlüssel eingegeben.

 

3.1 Ablauf:

1. Installation von Server 2008 in einer virtuellen Umgebung.

2. Ausführen von “Windows\System32\Sysprep\Sysprep.exe”

sysprep1

 

 

 

3. Mit der Einstellung “Out of Box Experience” wird beim Systemneustart das Mini-Setup gestartet. Mit dem Haken “Verallgemeinern” werden die SIDs des Systems neu generiert. Das System soll im Anschluss herutergefahren werden. Mit OK bestätigen. Der Rechner wird heruntergefahren.

sysprep2

sysprep3

sysprep4

 

 

 

 

 

4. Jetzt kann die virtuelle Maschine geklont oder kopiert werden.

5. Beim Start der kopierten Maschine springt das Mini Setup an.

sysprep5

 

 

 sysprep6

sysprep8

 

 

 

 

 6. Die eindeutigen Bezeichner werden analog zur normalen Installation eingetragen.

sysprep81

 

 

 

 

 

 

 

7. Adminpasswort ändern – und fertig.

sysprep9

 

 

 

 

 

 

 

 

3.2 Nacharbeiten

Die Maschinen müssen nach dem Fertigstellen der Installation neu aktiviert werden. Schnell über das Internet oder klassisch mit dem Telefon. Je nach dem, was Ihre Lizenzvereinbarung hergibt. Oftmals reichten in virtuellen Umgebungen, wo nur getestet wird, ein bis drei Monate aus. Diese Zeit kann man auch ohne Aktivierung überbrücken! Man kann den Aktivierungstimer 3x zurücksetzen.

Ich habe die 3 häufigsten Befehle in einer ZIP-Datei zusammengefasst:

activatereset

 

4. Windows Vista

Danke, M$. Warum? Eine gleiche Codebasis von Server 2008 und Vista ermöglicht es mir, ein Faulpelz zu sein. Die Schritte für Vista Refenzmaschinen sind identisch mit denen von 2008. Die installierte Software ist wiederum die gleiche, wie in XP.

Die Screenshots diesmal mit Aero-Verschnitt:

sysprepvista1

 

 

 

 

 

 

sysprepvista2

 

 

 

 

 

sysprepvista3

 

 

 

 

 

 

Jetzt klonen oder kopieren

 

sysprepvista4

 

 

 

 

sysprepvista51

 

 

 

 

 

 

 

sysprepvista6

Comments

5 Comments on Vorbereitende Schritte für die Referenzmaschinen

    [...] Betriebssystem kommt ein Server 2008 zum Einsatz, welches gemäß den Vorbereitungen einer Referenzmaschine mit neuen SIDs (Sysprep) und dem Computernamen „Gateway” vorbereitet [...]

    [...] Win7-Rechnern getestet werden. Im Vorfeld hatte ich die Maschine aus dem ersten Artikel geklont. Da Sysprep derzeit aber noch abschmiert, konnte ich nur den Rechnernamen umbenennen. Meine Erfahrung: der [...]

    [...] wird eine virtuelle Server 2003 Referenzmaschine kopiert und mit NewSID vorbereitet. Der Computername wird in Exch1 umbenannt und die IP auf [...]

    [...] clt1.home in der WAN-Simulation bereitzustellen. Die virtuelle Maschine wurde im Vorfeld gemäß Vorbereitung der Referenzmaschinen mit dem Betriebssystem Vista Ultimate aufgesetzt und mit neuen SIDs aktualisiert. Der Computername [...]

  1. Ralf Jörg on Mi, 20th Jan 2010 08:21
  2. Thank you Michael for your interesting blog articles on setting up virtual machines and networking them.
    Have you heard about the article “The Machine SID Duplication Myth” (http://blogs.technet.com/markrussinovich/archive/2009/11/03/3291024.aspx) of Mark Russinovich? It seems, the NewSID-Tool (that we’ve been using for a long time too) has never been necessary…..
    Keep on doing your blog
    Kind regards

    Ralf Jörg

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