Virtualisierung mit Virtual Server 2005 – Überblick und Konfiguration

Dezember 22, 2008 by Michael Fritz
Filed under: VMWare, Virtual Server, Windows Server 2003 

Umgang mit Virtual Server 2005 R2 SP1

In diesen Artikel wird der Einstieg in die Virtualisierung mit Virtual Server 2005 R2 SP1 erläutert. Ziel ist es, die für Einsteiger notwendigen Schritte und Begriffe zu erläutern. Praktisch wird eine virtuelle Testmaschine mit dem Betriebssystem Server 2003 R2 aufgesetzt und geklont. Auf diese Inhalte wird im Artikel Vorbereitende Schritte des Lernschmiede Kernnetzwerks Bezug genommen. Für den allgemein einführenden Artikel in virtuelle Systeme bitte hier entlang…

Zusammenfassung der Schritte:

  • ISO Server 2003 bereitstellen
  • Verzeichnis “Virtuelles_Netzwerk” erstellen
  • ISO Server 2003 in “Virtuelles_Netzwerk” kopieren
  • IIS installieren
  • Virtual Server 2005 R2 SP1 herunterladen
  • Virtual Server installieren
  • Zugriff auf die Verwaltungswebsite und Überblick verschaffen
  • Suchpfade auf das Verzeichnis “Virtuelles_Netzwerk” setzen
  • Virtuelle Maschine “TestVM” erstellen; 256MB RAM; neue dynamische Festplatte 20GB
  • Netzwerk “Test LAN” erstellen
  • Rückgängig-Datenträger aktivieren
  • ISO Datei einbinden
  • Netzwerkkarte an “Test LAN” binden
  • Virtuelle Maschine einschalten; Betriebssystem installieren
  • Hosttaste konfigurieren
  • Virtual Machine Additions installieren
  • Zugriff der VM ins Internet
  • Dateien zwischen Host und Gast übertragen
  • VM herunterfahren
  • VM klonen

 

1. Vorbereiten der Hostmaschine:

Virtual Server 2005 R2 SP1 ist eine Software zum Erstellen und Verwalten von virtuellen Maschinen. Es sind 3 Konfigurationsszenarien zu unterscheiden:

Die Konfiguration von Virtual Server selbst: Konfigurationspfade, Ereignisprotokolle, Bereitstellen von Netzwerken und so weiter.

Die Konfiguration der virtuellen Maschinen: Erstellen von VM, Zuweisen von Ressourcen an einzelne VM, Zuweisen der virtuellen Festplatten, Binden von Netzwerken an VM…

Der Zugriff auf die Virtuellen Maschinen: Installieren des Betriebssystems, Verwalten des Betriebssystems, reboot und dergleichen.

 

Microsoft hat alle 3 Verwaltungseinheiten in eine einzige Webapplikation gebacken. Daher benötigt Virtual Server 2005 einen Webserver um zu funktionieren. Der Webserver IIS (Internet Information Services)  ist standardmäßig nicht nur in den Windows Serverbetriebssystemen, sondern auch in den Clientbetriebssystemen 2000 Professional, XP Professional und Vista Business, Enterprise und Ultimate Varianten dabei. Der IIS kann…

in XP über “Systemsteuerung\Software\Windows-Komponenten \Internet Information Server\WWW-Dienst”

in Srv 2003 über “Systemsteuerung\Software\Windows-Komponenten\Anwendungsserver\Internet Information Server\WWW-Dienst”

in Vista über “Systemsteuerung\Programme und Funktionen\Windows Funktionen ein und ausschalten\Internetinformationsdienste\WWW-Dienste”

in Server 2008 über den “Servermanager\Rollen hinzufügen\Webserver”

installiert werden.

Auf Virtual Server wird direkt über den Browser zugegriffen. Da ActiveX Controls zum Einsatz kommen ist der Internet Explorer erforderlich. Auch die virtuellen Maschinen können direkt im Browser bedient werden. Die gesamte Konfigurationseinheit wird als Virtual Server Verwaltungswebsite bezeichnet. Der Zugriff erfolgt entweder direkt aus dem Startmenü oder über “http://%computername%/VirtualServer/VSWebApp.exe?view=1″

Die Virtual Server Software selbst greift  via “Virtual Machine Remote Control” (VMRC) und das gleichnamige Protokoll auf die virtuellen Maschinen zu. Auch wenn Ähnlichkeiten bestehen, ist VMRC nicht mit dem RDP Protokoll der Terminaldienste zu verwechseln.

Alternativ zum Webzugriff auf die virtuellen Maschinen kann über das Startmenü im Virtual Server Verzeichnis der sogenannte “Virtual Server Remotesteuerungsclient” aufgerufen werden. Der Remotesteuerungsclient ist eine eigenständige Applikation, die das VMRC Protokoll unterstützt. Der Pfad zum Server muss eingetragen werden und lautet: “%Computername%:5900″ Der Remotesteuerungsclient kann nur für den VM-Zugriff verwendet werden. Verwaltungsaufgaben sind nicht möglich.

Falls dem Anwender Webapplikationen nicht so geheuer sind, kann auch die Standalone Applikation VMRCPlus verwendet werden, um Virtual Server und die VM zu administrieren .1_vs_vorbereitung VMRCPlus kommt in diesem Artikel nicht zum Einsatz, ist jedoch empfehlenswert.

Anschließend wird ein Verzeichnis erstellt, in dem die virtuellen Maschinen abgespeichert werden. In diesem Beispiel liegt das Verzeichnis auf dem Desktop und heißt “Virtuelles_Netzwerk”. Im Regelfall bietet sich natürlich ein Speicherort auf einer externen Festplatte oder einer anderen Partition an. Ab einer gewissen Anzahl von Maschinen ist die Plattengeschwindigkeit ebenso wichtig wie der RAM!

Das virtuelle DVD Laufwerk der zukünftigen VM kann entweder mit dem  physikalischen Laufwerk des Hosts verknüpft oder mit einer ISO Datei bestückt werden. ISO Dateien sind wohl ein bisschen flotter und von daher zu empfehlen. Ich habe eine Server 2003 Enterprise ISO auf dem Desktop bereitgestellt. Eine Testversion kann hier heruntergeladen werden. Die ISO-Datei wird in das eben erstellte Verzeichnis kopiert und dient später als Installationsmedium.

 

 

2. Download und Installation der Software

Virtual Server kann hier kostenfrei heruntergeladen werden. Die Installation ist soweit selbsterklärend. Nach der Installation befindet sich die Webapplikation unter der “Standard Website” im IIS.

 

 

3.Überblick verschaffen

2_vs_verwaltungswebsite_masterstatus1

In “Start\Programme\Virtual Server” findet sich nun die Virtual Server Verwaltungswebsite, mit Hilfe derer die VM erstellt und verwaltet werden. Die Verwaltungswebsite läuft nur mit dem IE, da ActiveX verwendet wird. Falls immer wieder nach dem Kennwort gefragt wird, einfach die Verwaltungswebsite in die Liste der vertrauenswürdigen Websites in den erweiterten Einstellungen des Internet Explorers aufnehmen. Die Intraneteinstellungen können aktiviert werden, wenn im IE7 danach gefragt wird.

Die Startseite wird in der Virtual Server Terminologie als “Masterstatus” bezeichnet. Hier finden sich alle virtuelle Maschinen im Überblick. Anfangs ist diese Seite logischerweise ziemlich leer. Schauen Sie sich ruhig ein wenig um.

 

 

4. Suchpfade festlegen

3_vs_suchpfadeIn Virtual Server müssen alle Pfade zu den Festplattendateien, Konfigurationsdateien, ISO usw. manuell und absolut eingegeben werden. Um sich einen haufen Tipperei zu ersparen, 4_vs_suchpfadegibt man die wichtigsten Pfade unter “Suchpfade “ein. Die Suchpade findet man hinter dem Link “Virtual Server\Servereigenschaften” auf der linken Seite der Verwaltungswebsite. Für unser Beispiel wird der Suchpfad auf den Ordner aus Punkt 1 von oben eingetragen.

Im oberen Fenster wird der Standardpfad für das Erstellen der VM eingetragen. Im unteren Fenster werden die Pfade eingetragen, die später durchsucht werden sollen, wenn man auf das Dropdownmenü klickt, um z.B. Festplatten, ISO usw. zu finden. Es können mehrere Suchpfade eingetragen werden. Dazu muss die Zeile umgebrochen werden. Auf meinem Rechner ist der passende Pfad “c:\users\fritz\desktop\virtuelles_netzwerk” Siehe Abb. rechts. Wenn die Suchpfade korrekt eingetragen sind, kann die gesuchte Datei später komfortabel via Dropdownmenü ausgewählt werden. Danach unten rechts mit OK bestätigen. Wenn Leerzeichen im Pfad sind (z.B. Dokumente und Einstellungen) muss der gesamte Pfad in Anführungszeichen gesetzt werden.

 

 

5. Virtuelle Maschine erstellen5_vs_testrechner_erstellen

in der Verwaltungswebsite wird nun via “Virtuelle Computer\erstellen” in der linken Spalte ein neuer virtueller Rechner erstellt. Der Computername lautet “TestVM”. Virtual Server erstellt dann automatisch einen Ordner samt Konfigurationsdateien mit diesem Namen – im Pfad, der im Abschnitt 4 bei den Suchpfaden im oberen Feld eingetragen wurde. Der Testrechner bekommt 256MB 6_vs_testrechner_dateien_ueberpruefenRAM zugewiesen. Weiterhin wird gleich eine virtuelle Festplattendatei mit 20 GB Größe erstellt. Standardmäßig ist die Festplattendatei eine dynamische. Der Speicher wird nicht sofort reserviert, sondern die Plattendatei wächst nach und nach – und  wird somit größer. Danach unten rechts mit OK bestätigen.

Im Verzeichnis “Virtuelles_Netzwerk\Testvm” auf dem Desktop befinden sich nun 2 Dateien: Die “testvm.vmc” ist die Konfiguraionsdatei. Diese XML Datei beinhaltet z.B. die Speicherpfade, MAC Adressen, angeschlossene Hardware… Kurz: in dieser Datei pfuscht der Anwender via Verwaltungswebseite herum. Die Datei kann mit einem Editor wie Notepad geöffnet werden. Die zweite Datei ist die “testvm.vhd” diese Datei repräsentiert die virtuelle Festplatte. Hier wird später das Betriebssystem aufgespielt. Die Datei ist anfangs noch nicht besonders groß. Sie wächst, je mehr man auf die virtuelle Festplatte schreibt, z.B. bei der OS Installation.

Es können auch Festplatten mit fixer Größe erstellt werden. Dann würde die *.vhd eben 20 GB groß sein. Der Host kann diesen Platz dann nicht mehr nutzen.

 

 

6. Virtuelle Netzwerke 7_vs_virtuelle_netzwerke_uebersicht

Jeder VM kann in den Konfigurationseigenschaften bis zu 4 Netzwerkadapter zugewiesen werden. Es macht Sinn die Netzwerkadapter auch an Netzwerke zu binden. Unter “virtuelle Netzwerke\konfigurieren\alle anzeigen” findet man die Übersicht über die vorhandenen Standardnetzwerke. Auf meinem Hostrechner gibt 3 unterschiedliche Netzwerke. Bei Ihnen können es mehr oder weniger sein.

Standardmäßig bekommt jede Netzwerkkarte des Hostsystems auch ein Netzwerk in Virtual Server spendiert. Bei mir sind dies meine LAN Karte und meine WLAN Karte, in der Abbildung die oberen zwei.  Die Netzwerkkarten der virtuellen Maschinen können an diese physischen Netzwerkkarten gebunden werden. Bei VMWare spricht man hier vom “Bridged Mode”. Virtual Server spricht hier von einem “externen Netzwerk”. Dadurch werden die VM zu vollständigen Mitgliedern des realen LAN. Die VM besitzen eine eigene MAC Adresse, können andere Rechner im LAN ansprechen (korrekte Konfiguration vorausgesetzt), per DHCP eine IP von Ihrem Router beziehen, IP-Adresskonflikte verursachen, ins Internet und natürlich auch von anderen Rechnern, z.b. ihrem Host (!) via Netzwerk angesprochen werden. Dies macht man sich z.B. bei der Datenübertragung zwischen Gast und Host zunutze, wenn man kein VHDMount einsetzen möchte.

Ganz unten befindet sich das Objekt “internes Netzwerk”. Innerhalb dieses Netzwerks sehen sich nur virtuelle Maschinen. Der Zugriff vom & auf den Host ist nicht möglich. Das Netzwerk verhält sich dabei wie ein Hub/Switch. Alle virtuellen Maschinen mit Adaptern, die an das gleiche Netz gebunden sind können sich “sehen”. (Pingen, Dateidienste nutzen, usw.)

Weiterhin können beliebige eigene Netzwerke definiert werden. VM innerhalb des gleichen Netzwerks können sich sehen. Für die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Netzwerken ist ein echter oder virtueller Router erforderlich.

Ein ausgedachtes Beispiel:

Wir erstellen zwei virtuelle Maschinen VM1 und VM2. Weiterhin erstellen wir ein virtuelles Netzwerk “VMNetwork”. VM1 und VM2 werden mit jeweils einem Netzwerkadapter an “VMNetwork gebunden”. Der Effekt: VM1 und VM2 können sich pingen. Der Host bleibt außen vor, es ist keine Kommunikation zwischen Host und Gast möglich. In einem weiteren Schritt versehen wir VM1 mit einer weiteren Netzwerkkarte, die wir an das externe Netzwerk des Hosts binden. VM1 hat jetzt also 2 virtuelle NIC, eine ans reale LAN gebunden und eine im virtuellen Netzwerk “VMNetwork”.  Auf VM1 wird ein Routingdienst installiert und die Routen auf allen Beteiligten angepasst. Jetzt kann vom Host und dessen physischem LAN in das virtuelle Netz “VMNetwork” gepingt werden. Umgekehrt natürlich auch.

8_vs_virtuelles_netzwerk_erstellenFür unsere Testmaschine erstellen wir ein Netzwerkobjekt  “Test LAN”.

 

 

 

 

 7. Festplatte konfigurieren9_vs_vm_konfigurieren und Rückgängig-Datenträger aktivieren

Mit einem Klick auf “virtuelle Computer\konfigurieren\testvm” in der Adminstrationswebsite wechseln wir in die Konfigurationsübersicht der virtuellen Maschine. Im Link “Festplatten” haken wir den Rückgängig-Datenträger an. Unten sieht man den Pfad zur virtuellen Festplattendatei.

Der Rückgängig-Datenträger ist ein Konzept, um wenigstens eine rudimentäre Art von Schnappschusstechnik zu10_vs_rueckgaengig_datentraeger_anschalten erreichen, nach dem Motto: Ein bisschen ist besser als gar nichts. Standardmäßig wird alles, was im virtuellen System konfiguriert wird, direkt in die virtuelle Festplattendatei geschrieben. Das bedeutet, wenn das System durch eine blöde Konfiguration, ein dreckiges Programm oder sonstigem die Hufen hebt, bleibt keine Chance, diesen Umstand zu beheben. Gleiches gilt für: “Ich habe mich aus dem System ausgesperrt” oder das beliebte “Ich wollte doch diese Systemdatei gar nicht löschen”

Sobald der Rückgängig-Datenträger aktiviert ist, werden alle Änderungen in der VM nicht auf in die virtuelle Festplattendatei, sondern in die Rückgängig-Datenträgerdatei (was für ein Wort) geschrieben. Diese Datei befindet sich nach dem Erstellen im gleichen Verzeichnis wie die Festplattendatei und hat die Endung *.vud (Virtual UnDo). Im Härtefall kann man den Rückgängig-Datenträger verwerfen und ist somit wieder im Ausgangszustand. Da es praktisch nur 1x Zurück gibt, ist der Umgang mit dem Rückgängig-Datenträger gut zu planen. Wenn der  Rückgängig-Datenträger aktiviert ist, hat man in der VM (unten) beim Ausschalten folgende Möglichkeiten:

Rückgängig-Datenträger beibehalten: Alles bleibt so wie es ist. Beide Dateien werden getrennt voneinander weitergepflegt. Keine Daten gehen verloren.

Rückgängig-Datenträger übernehmen: Obacht! Der Rückgängig-Datenträger und die virtuelle Festplattendatei werden zusammengeführt. Nach dieser Aktion befinden sich alle Daten in der VHD Datei. Dieser Schritt kann nicht mehr wiederrufen werden und bietet sich immer dann an, wenn man einen definitiven Wiederherstellungspunkt setzen möchte, z.B. nach einer gelungenen und sauber durchkonfigurierten OS Installation.

Rückgängig-Datenträger verwerfen: Obacht! Alle Daten auf dem Rückgängig-Datenträger werden gelöscht und man ist wieder auf dem Stand, als man den Rückgängig-Datenträger aktiviert oder zum letzten mal verworfen hatte. Wenn das System also zerschossen ist: Rückgängig-Datenträger verwerfen und am letzten Punkt weitermachen.

 

 

 

9. Installationsmedium einbinden11_vs_iso_einbinden

Zurück auf der Konfigurationsseite der VM binden wir das Installationsmedium hinter dem Link “CD / DVD” ein. Wenn Schritt 1. und 4. sauber gearbeitet wurde, sollte sich die ISO Datei jetzt bei “bekannte Abbilddateien” im Dropdownmenü wiederfinden. Alternativ kann das physikalische Laufwerk des Hosts eingebunden werden. (z.B. “D:”)

 

 

 

10. Netzwerkkarte konfigurieren12_vs_netzwerke_binden

Wieder über die Konfigurationsseite stellen wir unter dem Link “Netzwerkadapter” sicher, dass der “virtuelle Netzwerkadapter 1″ an unser “Test LAN” aus Schritt 6 gebunden ist.

 

 

 

11. Konfiguration prüfen13_vs_abschluss_ueberblick_testmaschine

Die Konfigurationsseite der “testvm” sollte nun also wie folgt aussehen:

 

 

 

12. Virtuelle Maschine einschalten

Die virtuelle Maschine kann auf der Masterseite mit einem Klick auf das Bild oder über den Link “testvm\einschalten” angeworfen werden. Nach ein paar Sekunden soder der Aktualisierung der Website sieht man die angeschaltete Maschine in der Miniaturansicht. Durch einen Klick auf das Bild springt man in den VM-Zugriff. Das Tolle an der Webapplikation: Man kann auch Tabs oder für jede Maschine ein separates Browserfenster nutzen.

Beim ersten Zugriff auf die VM wird, wie schon erwähnt, das Active X Control installiert. Alternativ dazu ist der Zugriff via VRMC Control aus dem Startmenü möglich.

Wenn alles richtig eingestellt wurde läuft jetzt vermutlich schon die Installation des Betriebssystems an.

 

13. Die Hosttaste14_vs_vm_installation

Jetzt ist eine gute Gelegenheit, sich um die Hosttaste zu kümmern. Ein nicht zu unterschätzendes Problem bei virtuellen Maschinen ist der liebgewonnene “Affengriff” STRG+ALT+ENTF zum Anmelden am System. Wenn diese Kombination gedrückt wird, reagiert nicht wie erwartet die VM sondern der Host. Genau für dieses Problem gibt es die Hosttaste. Diese fasst die STRG und ALT Kombination auf einer anderen, zuweisbaren Taste zusammen. Der Virtual Server Standard hierfür ist “ALT GR”

15_vs_hosttasteDas bedeutet, mit ALT GR + ENTF wird der “Affengriff” an die virtuelle Maschine geschickt. Ich persönlich hatte mit dem Standard schon öfter Probleme. Wenn ALT GR für die Hosttaste verwendet wird, funktionierte manchmal das @-Zeichen nicht wie erwartet. Daher lege ich die Hosttaste immer auf die rechte STRG. Hiermit wird über die Kombination rechte STRG + Entf der Affengriff an die virtuelle Maschine geschickt. Die Hosttaste kann in der virtuellen Maschinenansicht oben rechts unter “RemotesteuerungHosttaste festlegen” eingerichtet werden.

Tipp von mir: Wenn das @ Zeichen immer noch rumzickt, einfach mit linke STRG + ALT + Q probieren. Klappt immer. Außerdem kann man mit der Hosttaste den Mauszeiger wieder aus der virtuellen Maschine herausgeholt werden, solange die virtual Machine Additions und die automatische Zeigerintegration noch nicht installiert ist.

 

14. VM-Additions

Die Betriebssysteminstallation ist nun abgeschlossen. Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass die Performance der 16_vs_vmadditionsvirtuellen Maschine noch nicht so gut ist, wie erwartet. Das liegt daran, dass dass Betriebssystem gar nicht weiß, dass es auf einem Rechner läuft, der nur simuliert wird. Eine spezielle Softwareerweiterung passt das Betriebssystem an diesen Umstand an und bietet weitaus bessere Beschleunigung, mehr unterstützte Farben, höhere Auflösungen, Mauszeigerintegration – also der Mauszeiger kann fließend in die VM und wieder herausgeschoben werden, uvm.

Diese Erweiterung wird als “Virtual Machine Additions” bezeichnet und kann auf jeder neuen VM installiert werden. Für microsoftsche OS bringt die Virtual Server Software gleich die passenden VM-Additions mit. Sie werden in den Konfigurationseigenschaften der VM via Verwaltungswebsite installiert.

In diesem Beispiel also im Pfad “virtuelle Computer\konfigurieren\testvm\virtual Machine 17_vs_vmadditionsAdditions” einfach das obere Häkchen rein und mit OK unten rechts bestätigen. Danach wird vollautomatisch eine ISO mit den benötigten Dateien in die VM eingehängt und die Installation gestartet. Nach Installationsende wird der Rechner neu gestartet und die Vorteile der VM-Additions können genutzt werden.

 

15. Nach der Installation

Jetzt kann die virtuelle Maschine beliebig konfiguriert und malträtiert werden. Zum Beispiel könnte jetzt die Referenzmaschine Srv2003ref für das Lernschmiede Kernnetzwerk konfiguriert werden. Aus der Praxis sind noch folgende Tasks und Erläuterungen notwendig:

 

16. Zugriff ins Internet

Zuallererst hat wohl jeder das Bedürfnis, seinen Rechner via Updatefunktion auf den neuesten Stand zu bringen. In dieser Konfiguration ist im Augenblick kein Internetzugriff möglich. Abhilfe:

  • VM herunterfahren
  • Zusätzlich virtuelle Netzwerkkarte einbinden
  • Netzwerkkarte an das externe Netzwerk des Hosts binden (siehe Schritt 6 und 9)
  • Der Host muss eine Internetverbindung haben
  • VM hochfahren
  • Anmelden, nach kurzer Zeit steht die neue Netzwerkkarte in der VM zu Verfügung
  • Entweder die Karte bekommt Ihre Konfiguration vom lokalen DHCP oder sie muss manuell konfiguriert werden. Bitte beachten: Der virtuelle Rechner reagiert jetzt wie ein physischer Rechner im LAN
  • Internet testen

Falls noch Dateien vom Host auf die Maschine zu schieben sind, kann jetzt im Explorer über den Pfad

\\testvm\c$

direkt auf die virtuelle Maschine zugegriffen werden. In die andere Richtung natürlich auch. Falls es nicht klappt, erstmal anpingen. Netzwerkeinstellungen überprüfen. Firewalleinstellungen auf beiden Kommunikationspartnern überprüfen!

 

17. VM herunterfahren

Wenn die VM heruntergefahren werden soll, stehen die unterschiedlichsten Varianten zur Verfügung. Je nachdem ob man gerade in der VM angemeldet ist oder nicht, steht im Browserfenster unter der VM folgendes:

Anhalten: VM wird nur gestoppt und verschwendet keine Ressourcen des Hosts. Sie ist nicht mehr im Netzwerk aktiv. Achtung – Der VM Prozess läuft noch. Wenn der Host heruntergefahren wird, wird diese Maschine hart ausgeschaltet. Könnte Probleme verursachen.

Fortsetzen: Angehaltene VM wird wieder aktiviert.

Zustand speichern: Ähnlich dem Ruhezustand auf physikalischen Rechnern. Der Betriebszustand der VM wird in eine Datei mit der Endung “*.vsv” gespielt. Damit ist die Maschine aus, der Host kann abgeschaltet werden. Sehr empfehlenswert. Administrationswebsite im Masterstatus kann via Balken beobachtet werden, wie lange der Speicherungsprozess noch dauert. Für ungeduldige: Immer mal wieder die Website aktualisieren.

Gespeicherten Zustand wiederherstellen: Holt den Rechner aus seinem gespeicherten Zustand zurück. Ist wesentlich schneller als ein richtiger Bootvorgang. Ersetzt aber keinen Reboot.

Gast herunterfahren: gleicher Effekt, wie wenn man in der VM “Start\beenden\herunterfahren” klicken würde.

Virtuellen Computer ausschalten: Obacht! Hartes Ausschalten, gleicher Effekt, wie den Netzstecker ziehen. Kann auf der VM Probleme verursachen.

Und diese ganzen Speicher-, Ein- und Ausschaltvarianten gibt es jetzt noch in Kombination mit den Rückgängig-Datenträgern aus Abschnitt 7. Wenn der Rechner in der VM ganz klassisch heruntergefahren wird, wird der Rückgängig-Datenträger immer beibehalten. So schnell wie man eine mühsam zusammengebastelte Konfiguration verworfen hat, kann man nicht VMWare sagen. Deshalb: immer sorgfältig arbeiten – bis zum Schluss.18_vs_rd_zusammenfuehren

Übrigens – Nach einer sauberen Installation und Updates wäre es eine gute Gelegenheit, den Rückgängig-Datenträger mit der virtuellen Festplatte zusammenzuführen. Je nach Plattengeschwindigkeit kann dies einige Zeit dauern.

 

18. Virtuelle Maschinen klonen

Jetzt, da wir schon eine schöne virtuelle Maschine haben, wäre es ja fast schon fahrlässig, kostbare Zeit in die Installation von neuen VM mit identischem OS zu installieren. Auf physikalischen Rechnern besteht die Möglichkeit des Imaging oder der unbeaufsichtigen Installation. Das ginge hier im Zweifel zwar auch, aber VM-Fans haben es noch komfortabler:

Variante 1:  Kopieren der Festplatte

Herunterfahren des Rechners und zusammenführen des Rückgängig-Datenträgers. Einfach die virtuelle Festplatte mit der Endung *.VHD in ein anderes Verzeichnis kopieren. Die VHD Datei umbenennen. Danach via Verwaltungswebsite eine neue VM erstellen. Im Konfigurationsmenü keine neue Festplatte erstellen, sondern eine vorhandene Festplatte einbinden.

Falls sich die kopierte Festplatte unterhalb der Suchpfade befindet, kann sie im Dropdownmenü eingehängt werden. Anderenfalls ist der absolute Pfad inkl. Laufwerksangabe fällig. (C:\ …\…\*.vhd) Wenn sich im Pfad Leerzeichen befinden, ist der gesamte Pfad in Anführungszeichen zu setzen. Der Pfad kann selbstverständlich auch gleich in die Suchpfade eingetragen werden. Anschließend die Konfiguration, Netzwerke usw. anpassen. Danach ist die neue Maschine startklar!

Variante 2 Differenzierende virtuelle Festplatte

Wer Speicher sparen will, nutzt diese Möglichkeit. Eine differenzierende virtuelle Festplatte verwendet eine übergeordnete Masterfestplattendatei als Ausgangsbasis und schreibt alle verwendeten Daten in eine eigene, untergeordnete Festplattendatei. Keine Illusionen bitte: Auch die untergeordnete Datei kann ganz schön groß werden. Der Nachteil: Ist die referenzierende übergeordnete Fetplatte futsch, kann die untergeordnete auch gleich auf den Müll – oder besser gesagt ins Datennirvana geworfen werden. Es empfiehlt sich, die übergeordnete Festplatte mit einem Schreibschutz zu versehen.

Vorgang: In der Administrationswebsite auf der linken Seite unter “Festplatte\erstellen\differenzierende virtuelle Festplatte erstellen” auswählen. Im folgenden Konfigurationsmenü oben den Pfad zur übergeordneten Platte eintragen. Unten den Pfad zur neuen Festplatte eingeben. Danach einen virtuellen Computer erstellen. In den Erstellungsoptionen “eine vorhandene virtuelle Festplatte verwenden” auswählen und den Pfad zur untergeordneten Festplatte eintragen.

Danach ist die neue VM startbereit.

Und nicht vergessen: Nach dem Klonen ist NewSID und Sysprep Ihr bester Freund…

Comments

2 Comments on Virtualisierung mit Virtual Server 2005 – Überblick und Konfiguration

  1. Von virtuellen Maschinen : Lernschmiede.de on Mo, 22nd Dez 2008 18:07
  2. [...] Siehe auch: Virtual Server 2005 R2 SP1 – Überblick und Konfiguration [...]

    [...] schreibe ich nochmal einen erläuternden Artikel hierüber. (Für Virtual Server 2005 mittlerweile hier [...]

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